Die Nebenschilddrüsen

Die Nebenschilddrüsen sind endokrine Drüsen auf der Rückseite der Schilddrüse. Es handelt sich dabei um zwei Organpaare, also insgesamt um vier Epithelkörperchen, die beim Menschen etwa linsengroß sind. Sie bilden unter anderem das Parathormon, sowie das Calcitonin, welche beide den Kalziumspiegel im Blut steuert.

Funktion

Die abgegebene Menge des Parathormons hängt von der Kalziumkonzentration im Blut ab. Die Nebenschilddrüsen verfügen über einen eigenen „Kalziumsensor“. Bei Mangel an Kalzium wird vermehrt Parathormon ins Blut freigesetzt; ist ausreichend Kalzium im Blut vorhanden, wird die Sekretion (Ausschüttung) gehemmt. Diese Hemmung erfolgt über die Ausschüttung von Calcitonin, welches den Kalzium- und Phosphathaushalt als Antagonist steuert. Diese Hormone fördern die Bereitstellung von Kalzium über zwei Mechanismen: Aus den Knochen wird einerseits Kalzium von abbauenden Zellen, den Osteoklasten freigesetzt und gleichzeitig vermindert es die übermässige Ausscheidung von Kalzium über den Harn. Verstärkt wird diese Wirkung indirekt über die Förderung der Bildung von Vitamin D, welches ebenfalls die Ausscheidung von Kalzium über die Niere senkt und die Kalziumaufnahme aus der Nahrung im Darm fördert. So wirken beide Hormone einer Osteomalazie (Knochenentkalkung) entgegen. Gleichzeitig senkt das Calcitonin die Menge an Phosphat. Kalzium und Phosphat sind am Knochenauf- und -abbau beteiligt.

Osteoporose und Osteomalazie

Bei der Osteoporose handelt es sich um einen Bindegewebsabbau des Knochens. Die Knochendichte nimmt ab, bleibt aber von seiner mineralischen Zusammensetzung in etwa gleich. Bei der Osteomalazie hingegen wird dem Knochen Kalzium entzogen und damit wird der Knochen weicher. Ihm fehlt die Festigkeit. Diese beiden unterschiedlichen Krankheitsbilder werden seitens der Schulmedizin (und auf vielen Internetseiten) meistens verwechselt, was zu Fehlbehandlungen führen kann.

Osteoporose ist keine Kalziumverlustkrankheit

Der Knochen besteht zu 75% aus elastischem Bindegewebe und zu 25% aus Kalzium. Um eine ausreichende Elastizität und Festigkeit zu gewährleisten, sollte dieses physiologische Verhältnis aufrechterhalten bleiben. In den ersten 30 Lebensjahren nimmt die Knochenmasse stetig zu. In späteren Lebensjahren nimmt die diese langsam wieder ab. Der Abbau des Knochens ist dann stärker als der Aufbau. Wird  Osteoporose nach den Empfehlungen der Schulmedizin vermehrt Kalzium und Vitamin D zugeführt, so wird der Knochen bei einer Osteoporose brüchiger. Die Folgen sind Arteriosklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Unruhe, Nervosität, schlimmstenfalls Krebs. Kalzium dichtet die Zellmembranen ab. Das kann zu einem Gärungsstoffwechsel in der Zelle führen. Da bei der Osteoporose die Knochenmasse insgesamt im gleichen Verhältnis abnimmt, muss der gesamte Knochenstoffwechsel und nicht der Kalziumstoffwechsel therapiert werden.

Osteomalzie ist die Kalziumverlustkrankheit

Bei der Osteomalazie verliert der Knochen seine Kalziumanteile und damit wird der Knochen weicher. Die Behandlung der Osteomalazie richtet sich nach der individuellen Stoffwechsellage. Wichtig ist vor allem die ausreichende Versorgung mit Vitamin D3 sowie Kalzium und Magnesium.

Muskelkrämpfe und andere Beschwerden bei Parathormon-Mangel

Bei einer Unterversorgung an dem Parathormon können starke Muskelkrämpfe erfolgen. Es kann auch zu Atemnot sowie zu Durchfällen und vermehrtem Harndrang kommen. Die Krämpfe können zwischen wenigen Minuten und mehreren Stunden andauern. Bei andauerndem Parathormon-Mangel kann es sogar zu Organverkalkungen kommen. Das überschüssige Phosphat kann sich dabei zum Beispiel mit Magnesium oder Kalzium zu Kalkklumpen verbinden. Diese können sich beispielsweise in den Augen ablagern und eine Trübung der Augenlinse verursachen. Verkalkungen im Gehirn äußern sich durch Bewegungsstörungen oder Störungen des Denkvermögens. Es können sich auch epileptische Anfälle entwickeln. Psychische Veränderungen wie depressive Verstimmungen und Reizbarkeit, aber auch Funktionsstörungen von Nieren und Herz sind im Laufe der behandelten Krankheit nicht selten.